Krankheitsverlauf

Ich bin Nicolas Kutter und das ist meine Geschichte:

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September 2011, nach den qualvollsten Sommerferien meines Lebens, kam die niederschmetternde Diagnose – Blutkrebs. Die Art soll gut heilbar sein, 9 von 10 aller Patienten werden nach der ersten Therapie vollständig gesund. Das gab mir die ersten 9 Monate Hoffnung, wieder komplett gesund zu werden. Doch nach dem Großteil der Chemotherapie hatte ich schwere Nebenwirkungen auf die Medikamente, welche nur sehr selten vorkommen und nur selten überlebt werden. Das diabetische Koma und die Bauchspeicheldrüsenentzündung sind wohl mit die qualvollsten Schmerzen, die man sich vorstellen kann. Auch den Riss der Speiseröhre enden für 95% der Betroffenen tödlich – ich habe es überlebt und war über ein Vierteljahr hintereinander im Krankenhaus. Zwei Operationen der besten Chirurgen in diesem Gebiet konnten mir ein Teil der Bauchspeicheldrüse erhalten, so dass ich auch dem Diabetes entkommen konnte.

Die erste Therapie zog sich dann über 13 statt über die erhofften 9 Monate. Durch die Operationen musste der Verlauf der Chemotherapien 4 Monate unterbrochen werden, was ein großes Risiko ist.

6 Wochen nachdem ich wieder zu Hause sein konnte, wurde in der Blutuntersuchung schon wieder die Leukämie festgestellt. Diese schnelle Rückkehr des Krebses war ein großer Schock für mich, meine Familie und auch für die Ärzte. Die Diagnose kam 4 Tage vor Weihnachten 2012 und wir verbrachten unser erstes Weihnachtsfest in der Klinik. Nach wiederum einigen Blöcken Chemotherapie stand im März 2013 die erste Knochenmarktransplantation an. Mein Spender war mein damals 3jähriger Bruder Toni.

Es treten wieder Nebenwirkungen auf, die glücklicherweise nicht vom Transplantat meines Bruders kommen. Die auftretende Spender-gegen-Empfänger-Krankheit der Haut ist in diesem Ausmaß wiederum sehr selten und tritt nur bei 2% aller Fälle auf. Bis in den Sommer 2013 musste ich täglich zu einer Lichttherapie mit UV-A Licht. In der Zeit konnte ich mich nicht in der Sonne aufhalten und musste immer eine starke Sonnenbrille tragen. Bei uns zu Hause waren alle Fenster dunkel abgeklebt.

Dann hatte ich ein ¾- Jahr Ruhe. Ich hatte trotz meiner Krankheit soweit für die Schule gelernt, dass ich die 8. Klasse bestanden hatte und konnte in die 9. Klasse gehen. Ich war endlich wieder in der Schule und bei meiner alten Klasse!

Leider hatte ich im Mai 2014 teilweise Gesichtslähmungen. Hervorgerufen wurden diese durch Krebszellen, die im Hirn gefunden wurden.

Es folgten wieder heftige Blöcke von Chemotherapien mit nicht gewollten Nebenwirkungen wie Hautveränderungen, Herpesinfektionen usw. Hinzu kam die Ganzkörperbestrahlungen als Vorbereitung für die Transplantation. Derart geschwächt bekam ich das Knochenmark meines Vaters. Auch diesmal kamen schwerste Nebenwirkungen mit dazu. Kein Quadratzentimeter meiner Haut war noch heil. Wie ein Verbrennungsopfer musste ich behandelt werden. Nur durch hohe Dosen an Schmerzmitteln bis hin zu Narkosemitteln konnte ich das überhaupt aushalten. Durch die vielen Medikamente bekam ich mehrmals Krampfanfälle im Hirn, verlor das Bewusstsein und war in der Intensivstation. Nach temporären Nierenversagen, offenen Mundschleimhäuten, der massiv geschädigten Haut – der Heilungsprozess ging langsam aber kontinuierlich voran. Im Oktober 2014 war ich endlich wieder hergestellt und konnte nach Hause gehen. Nach den Herbstferien war ich wieder in der Schule. In meiner alten Klasse! Da ich die 9. Klasse auch durch den erneuten Krebs erfolgreich absolviert hatte, konnte ich in die 10. Klasse gehen.

Leider war mir das nur 3 Wochen möglich. Am 26.11.2014 kam wieder völlig unvermittelt und unerwartet die erneute Diagnose, dass die Leukämie zurück ist. Bei allen herrschte Ratlosigkeit.

Doch es ist eine Lösung in Sicht. Aktuell werde ich mit Antikörpern behandelt, die über eine Studie laufen. Bislang läuft es sehr vielversprechend. Der erste Zyklus von 6 Wochen ist zur Hälfte durchgelaufen – die Werte und die fehlenden Nebenwirkungen stimmen mich sehr zuversichtlich.

Nach Meinung der Ärzte sollte jetzt eine Therapie mit modifizierten T-Zellen erfolgen, die die Merkmale der bisherigen Antikörper beinhalten. Die Aussichten sind sehr erfolgsversprechend – über 90% der behandelten Personen sind geheilt. Dieses Verfahren ist allerdings noch nicht zugelassen und läuft derzeit nur auf Studienbasis in den USA. Die Teilnahme an den in Frage kommenden Studien ist möglich, leider entstehen hier meiner Familie enorme Kosten, die wir nicht alleine tragen können.

Daher bitte ich für Spenden für meine Behandlung in den USA. Die Heilungschancen stehen sehr gut für mich und in den kommenden Jahren wohl auch für sehr viele andere Menschen. Bitte teilen Sie meine Informationen auf dieser website auch vielen anderen Menschen mit und bitten Sie für meine Unterstützung. Ich bin auf jede Hilfe und Unterstützung angewiesen und bedanke mich bei Ihnen für Ihre Mithilfe!

 

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